KREUZSCHMERZ
anhaltender Kreuzschmerz
Zunächst die gute Nachricht für alle Schmerzpatienten
Sozialgericht stärkt die Rechte von Schmerzpatienten. Danach hat ein Schmerzpatient das Recht in einer schmerztherapeutischen Klinik behandelt zu werden, er muß also nicht irgendeine der sonst üblicherweise angebotenen Rehabilitationen akzeptieren sondern kann unter Hinweis auf das Urteil gleich Widerspruch einlegen. Hier gelangen Sie zu dem Urteil (dieses gilt sinngemäß natürlich nicht nur für die Rentenversicherungen sondern auch für Krankenkassen), das mittlerweile rechtskräftig ist. Pressemitteilung dazu: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051207009&phrase=schmerzklinik
Der Begriff "Kreu z" ist eine Kurzbezeichnung für den unteren Lendenwirbelsäule n- und Kreuzbein bereich.
Ein Kr euzschmerz kann viele Ursachen haben. Zur besseren Übersicht werden die betroffenen Wirbelsäulenabschnitte getrennt aufgeführt.
Ursachen für eine Kreuzschmerz, ausgehend vom Kreu zbein (Os sacrum) (die sog. Sakralgie):
Infolge Kompression (= Einengung) der sog. Ner ven clunium recurrentes in den Kreu zbeinlöchern.
Bei einer sog. Sakralisation. Unter einer oberen Sakralisation versteht man eine komplette oder inkomplette (= unvollständige) (asymmetrische) mit Formangleichung verknüpfte Verschmelzung des 5. Lendenwirbelkörpers mit dem Kreu zbein. Bei der unteren Sakralisation kommt es zu einer Verschmelzung mit dem 1. Steißbein wirbel, was zusätzlich zu Steißbeinschmerzen führen kann.
Ursachen für einen Kreuzschmerz
(anhaltender),
ausgehend von der
Lendenwir
belsäule:
Die Lendenwir
belsäule ist großen statisch-dynamischen Belastungen ausgesetzt,
weshalb hauptsächlich dieser Wirbelsäulenabschnitt von
Schmerzsyndrome
n
betroffen ist.
Als Schmerzursache stehen wie bei der
Halswirbelsäule übermäßige
degenerative (=
abnutzungsbedingte) Veränderungen
im Vordergrund, wobei der
Bandscheibe
eine Schlüsselrolle zufällt. Der
Wassergehalt des Gallertkernes der Bandscheibe nimmt im Laufe der Zeit ab und
damit die Elastizität, wodurch die Beweglichkeit beeinträchtigt wird. Der
Faserring verliert allmählich seine Haltefunktion, wird rissig und teilweise für
die Gallertmasse durchlässig. Bereits in dieser Phase sind
Bandscheibenvorfälle
möglich. Das
Bewegung
ssegment wird durch diese
Bandscheibenveränderungen nunmehr
instabil, wodurch die Funktionsbewegungen beeinträchtigt werden. Die
Wirbelkörper können sich dann gegeneinander verschieben, worunter die kleinen
Wir
belgelenke besonders leiden und schließlich mit arthrotischen
(= krankhaften)
Veränderungen reagieren (Spondylarthrosen). Mit zunehmender
Bandscheibendegeneration (=
Bandscheibenabnutzung) nähern sich
die Wirbelkörper einander und reagieren mit Randzackenbildung (Spondylose) und
Sklerosierung (= krankhafte Verhärtung)
der Deckplatten (Osteochondrose). Allmählich kommt es zu einer Versteifung, die
an sich einer
Rücken
- bzw.
Kreuz
schmerzentstehung entgegen wirkt ("wohltuende
Versteifung im Alter").
Jede Phase dieser fortschreitenden Degeneration kann im
Bewegungssegment einen
Rückenschmerz verursachen, die auch mit
pseudoradikulärer
oder gar
radikulärer Symptomatik
(= Krankheitszeichen die auf eine scheinbar oder
tatsächlich geschädigte
Nervenwurzel zurückzuführen sind)
einhergehen können. Verschleißprozesse, die über die normale,
altersentsprechende Abnutzung hinausgehen, können auch zu einer Verengung des
Spinalkanals führen und in den betroffenen Segmenten einen Kreuzschmerz
hervorrufen, bei entsprechendem Ausmaß treten weitere Beschwerden hinzu ((pseudorad
ikuläre, rad
ikuläre
Ausstrahlungen in die
Beine, Claudicatio spinalis
(= Funktionsbeeinträchtigung der
Bei
ne aufgrund einer
Durchblutungsstörung
im
Rücken
mark)).
Die kleinen
Wir
belgelenke, die wegen ihrer dachziegelartigen Anordnung auch
Facettengelenke genannt werden, können auch isoliert, also unabhängig vom
Einfluß der Bandscheibendegeneration arthrotische Veränderungen erfahren und
dann ebenfalls schmerzhafte Blockierungen des Bewegungssegmentes hervorrufen.
Auch im Bereich der Foramina intervertebralia
(= Zwischenwirbellöcher)
können isolierte Störungen auftreten, die die zugehörigen
Ner
venwurzeln
irritieren oder gar schädigen und dann zu einem
Rück
en- bzw. Kre
uzschmerz führen.
Auch eine
Spondylolisthese
kann zu einem Kre
uzschmerz führen. Dabei verschieben sich die Wirbelkörper gegeneinander, was sich beim Vornüberbeugen oder Überstreckung der
Wirbelsäule verstärken kann.
Der Wirbelkörper bewegt sich dabei über dem nächst tieferen
Wirbel nach vorne. Da sich der Wirbelkörper samt seinen Wirbelbögen,
Querfortsätzen und oberen Gelenkfortsätzen nach vorne verschiebt, verschieben
sich auch die darüber liegenden Wirbelsäulenabschnitte.
Ein
Bandscheibenprolaps
(=
Bandscheibenvorfall)
erfolgt meist dorsolateral
(= seitlich und nach hinten)
und kann schon bei geringem Ausmaß das Bewegungssegment blockieren. In der
dorsolateralen Region kann aber auch die
Ner
venwurzel direkt tangiert bzw.
eingeklemmt werden und ausstrahlende Krankheitszeichen bewirken. 90% aller
Bandscheibenvorfälle finden in den Etagen L4/L5 und L5/S1 statt (Sehhati-Chafei
1988). Diese bevorzugte Lokalisation führt dazu,
daß häufig die Diagnose "Lumboischialgie" gestellt wird, da die oberen
Anteile des
Ple
xus ischiad
icus
(= Nervengeflecht aus dem der
Ischias
nerv entstammt)
bzw. Pl
exus sacral
is
(= Nervengeflecht
im Bereich des Kreuzbeins) den
Ner
venwurzeln L4 und L5 entstammen.
Patienten mit einem
Rück
en- bzw. Kreuzschmerz nach
Bandscheibenoperationen sind bezüglich einer
Schmerzbehandlung sehr
problematisch. Erfahrungsgemäß nimmt die Problematik mit jeder weiteren
Operation sogar noch zu. Der oben beschriebene typische Ablauf des
Abnutzungsprozesses macht deutlich, daß auch mit einer
Bandscheibenoperation die eigentliche
Schmerzursache ja nicht behoben werden kann, im Gegenteil, es besteht sogar die
Gefahr, daß der degenerative Prozeß noch beschleunigt wird. Mit jeder Operation
nimmt die Tendenz zur Instabilität zu, abgesehen von den zusätzlichen iatrogenen
(= durch die Operation verursachten)
Gewebsschädigungen.
Nicht selten sehen wir Patienten, bei denen nach mehrfachen
Ba
ndscheiben-Operationen wegen Instabilität eine
Spondylodese
(= operative
Wirbelsäulenversteifung)
durchgeführt werden mußte. Leider ist auch nach einer solchen, teilweisen
Wir
belsäulenversteifung ein Großteil der Patienten nicht beschwerdefrei. Es ist
daher zu begrüßen, daß die Indikation
(= Anzeige) zur
Ba
ndscheibenoperation
in den letzten Jahren immer mehr eingeschränkt worden ist. Als Grund für eine
Operation ist das Krankheitszeichen "Rück
enschmerz" oder „Kreuzschmerz“
in den Hintergrund getreten. Als relative Indikation
(= Anzeige) gilt allenfalls ein
unerträglicher, therapieresistenter (=
nichts hilft) Kre
uzschmerz.
Beim
sog. Cauda-Syndrom (= Rückenmarkschädigung mit Lähmung der
Bei
ne), ebenso bei motorischen Defiziten
(= Beeinträchtigungen der Muskelfunktion),
die unter konservativer Therapie (=
Behandlung ohne Operation) bestehen
bleiben oder gar zunehmen, muß operiert werden, um eine Entlastung
herbeizuführen.
Ein segmentaler, chronischer
Rück
en- bzw.
Kre
uzschmerz mit und ohne Schmerzausstrahlungen, kann
auch von den
Muskeln neben der Wir
belsäule selbst und/oder den
zugehörigen
Sehnen ausgehen (myofasziales Syndrom). Über den segmentalen
Reflexbogen kann auch die benachbarte Seite mit einbezogen werden, so daß ein
vertebragener (= von der
Wir
belsäule ausgehender)
Kre
uzschmerz vorgetäuscht wird.
Ursachen für einen Kreuzschmerz, ausgehend von den Iliosakralgelenken (= gelenkartige Verbindung zwischen Darm - und Kr euzbein) (die sog. Iliosakralgie):
Meist liegen funktionelle Störungen vor, die betroffenen
Patienten klagen besonders bei Rumpfbeugung, verbunden mit Drehung, über
Schmerzen im lumbosakralen Übergangsbereich
(= unterer Lendenwir
belsäulen- und oberer
Kr
euzbeinbereich),
aber auch typischerweise über Schmerzen im Bereich der Spina iliaca posterior
superior (= hinterer oberer
Darmbeinstachel) mit unspezifischen
Ausstrahlungen in die
Be
ine (Gesäß, hinterer und
seitlicher Oberschenkel bis zur
Wade und evtl.
Ferse).
Neurologische Ausfälle (=
Nervenstörungen)
bestehen nicht. Häufiger kommen diese Patienten mit der (falschen) Diagnose „Lumboischialgie“.
Grobe
Hinweise auf die Art der Schädigung liefern die Abfrage der Vorgeschichte und
Beschwerdebild. Wird ein chronischer
Rück
en- bzw.
Kre
uzschmerz bei Beanspruchung der
Wir
belsäule verstärkt, so sind die Bewegungssegmente beteiligt.
Ein chronischer Kre
uzschmerz, der von der Wirbelsäulenfunktion unabhängig sind, spricht mehr
für Störungen im Bereich der Wir
belkörper. Ein chronischer
Kre
uzschmerz, der von
Mus
keln und
deren Bindegewebsumhüllung ausgeht (sog. muskuloskelettaler oder myofaszialer
Ursprung) wird durch Wirbelsäulenbelastungen und -bewegungen ebenfalls
verstärkt, unterliegt aber häufig klimatischen Einflüssen, d.h., er tritt in
der kälteren Jahreszeit bevorzugt auf. Oft berichten die Patienten, sie hätten
sich "verkühlt".
Ein akut auftretender Kre
uzschmerz im Rahmen eines LWS-Syndroms ist häufig bandscheibenbedingt,
kann aber auch durch eine akute
Segmentblockierung (hpts. kleine Wir
belgelenke) ausgelöst werden.
Ein akuter Kre
uzschmerz, der mit einer monoradikulären Symptomatik
(= Krankheitszeichen 1
Ner
venwurzel betreffend)
einhergeht, ist ein sicheres Anzeichen für einen
Bandscheibenprolaps
(=
Bandscheibenvorfall), gleiches gilt
für den akuten Kre
uzschmerz im Zusammenhang mit einem Cauda-Syndrom
(= Rückenmarkschädigung mit Lähmung der
Bei
ne).
Ein Kre
uzschmerz beim Husten und Pressen
ist typisch für
Nervenwurzelkompressionen, z.B. infolge einer
Bandscheibenprotrusion oder gar eines
Bandscheibenprolaps
(=
Bandscheibenvorwölbungen oder gar -vorfälle).
Ein chronischer Kreuzschmerz, der bei Erschütterung verstärkt auftritt, kann von einer
Spondylitis
(=
En
tzündung an der
Wir
belsäule) verursacht werden.
Ein chronischer
Rück
en- bzw.
Kre
uzschmerz, der bevorzugt nachts und morgens auftritt, weist auf eine
generalisierte (= allgemeine)
Wir
belsäulenerkrankung hin, z.B. Morbus
Bechterew oder
Osteoporose.
Auch auf den
Ort der Schädigung lassen sich bereits aus dem Beschwerdebild Rückschlüsse
ziehen. Schmerzen und Störungen der (Berührungs-) Empfindlichkeit im Bereich
ober- und unterhalb des Leistenbandes weisen auf die
Ner
venwurzeln L1
(= 1. Segment der Lendenwir
belsäule)
und L2 hin. Die L3-Wurzel macht sich am vorderen inneren
Oberschen
kel
bemerkbar.
Die Meralgia
paraesthetica (=
Schmerzstörung im Bereich des Nervus cutaneus femoris lateralis, rumpfnahe an
der Außenseite des Oberschenkels) ist
dagegen eine periphere (= mehr
oberflächliche)
Nervenstörung.
Schmerzen und Störungen der (Berührung
s-) Empfindlichkeit vom vorderen inneren
Oberschen
kel
bis zur
Schienbein
vorderfläche reichend, betreffen die Wurzel L4.
Beschwerden, die von der Außenfläche des Oberschenkels über den äußeren
seitlichen
Unterschenkel zum
Fußrücken und zur Groß
zehe ziehen, sind L5
zugeordnet, während die S1-Wurzel (= 1.
Ner
venwurzel im
Kr
euzbeinbereich) für
den hinteren Oberschen
kel, hinteren seitlichen Unterschen
kel,
seitlichen
Fuß
rand
und die Zehen 3-5 verantwortlich ist.
Medikamentöse Schmerzbehandlung:
Akut
(= plötzlich einsetzend, heftig) und
subakut (= eher schleichend verlaufend)
können beim
Kre
uzschmerz (anhaltender) zunächst (vorwiegend) peripher wirkende
Analgetika
(= Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken)
eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika
(=
Rheumamittel),
aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende wie z.B.
Mobec®.
Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2
Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®)
oder Etoricoxib (Arcoxia®),
allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden
zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib
und
Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere
Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei stärkeren schmerzhaften
Muskel
verspannungen können darüber hinaus auch Muskelrelaxanzien
(= Mittel zur Muskelentspannung) (z.B.
Norflex®, Mydocalm®) verordnet werden.
Manchmal ist aber ein Kreuzschmerz (chronischer) nur
mit zentralwirkenden Analgetika (z.B. Tramadol, Valoron N® oder
gar Morphin)
(= im Gehirn bzw. Rückenmark wirkende
Schmerzmittel) beherrschbar.
Grundsätzlich sollte aber auch beim Kre
uzschmerz eine längerfristige
Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar Abhängigkeit
vermieden werden.
Die Kombination mit schmerzdistanzierenden
Antidepressiva
(= Mittel gegen Depression, aber auch
beim chronischen Kreuzschmerz wirksam)
(z.B. Doxepin, Maprotilin) hilft in vielen Fällen
Schmerzmittel
einzusparen.
Therapeutische
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem
örtlichen Betäubungsmittel
bzw.
Lokalanästhetika):
Bei einem anhaltenden
Rück
en- bzw.
Kre
uzschmerz
sollten rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt werden. Eine sehr wirksame
Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder Suchtpotential, ist die therapeutische
Lokalanästhesie mit einem langwirkenden örtlichen Betäubungsmittel (z.B.
Bupivacain) in Form von örtlichen Betäubungen und
Nervenblockaden.
Infiltrative Lokalanästhesie (= Infiltration mit einem örtlichen Betäubungsmittel):
Die einfachste diesbezügliche Therapie besteht in der örtlichen Infiltration der meist verspannten, an die Wir belsäule angrenzenden Muskulatur. Je nach segmentaler Ausdehnung reichen ca. 5-10 ml Bupivacain 0,25% bis 0,5% völlig aus.
Eine weitere Möglichkeit ist die gezielte Infiltration von Triggerpunkten (= kleine Reizzonen hpts. in der Mus kulatur) nach vorheriger Identifizierung derselben.
Wird ein Kre uzschmerz durch abgenutzte, entzündliche oder irritierte Intervertebralgelenke (= kleine Gelen ke zwischen den Wirbeln) verursacht, sind Infiltrationen der betroffenen kleinen Gelen ke erfolgversprechend. Kortison-Zusatz kann den Heilungsprozeß beschleunigen.
Bei einer Affektion (= Störung, Erkrankung) der Iliosakralgelen ke werden diese wiederholt infiltriert.
Der Beweis für ein "Facetten-Syndrom" (= Schmerzstörung im Bereich der kleinen Wir belgelenke) als Schmerzursache, ist letztlich nur durch den Erfolg einer probatorischen (= zur Sicherung der Diagnose durchgeführten) Facetten-Betäubung zu erbringen. Langzeiterfolge durch Thermokoagulation (= Verkochung / Zerstörung mit Hochfrequenzstrom) der Facet ten sind beim Rück en- bzw. Kreuzschmerz nicht gesichert.
Periphere temporäre (= oberflächliche, zeitlich begrenzte) Ner ven- und rückenmarknahe Blockaden:
Zur Unterbrechung segmentaler Reflexkreise,
aber auch zur Therapie von Schmerzausstrahlungen eignen sich beim Kre
uzschmerz Blockaden
(= Betäubungen)
der korrespondierenden
Ner
venwurzeln
(= im Schmerzbereich befindliche
Nervenaustrittstellen neben der Wir
belsäule).
Die sakralen
(= dem
Kr
euzbein entstammenden)
Ner
venwurzeln sind einzeln in den paarig angeordneten 6 Foramina sacralia
(= kleine Öffnungen im
Kr
euzbein)
blockierbar. Wiederholt werden jeweils 1-2 ml
Bupivacain (z.B.
Carbostesin®)
0,25% eingespritzt.
Im Bereich der Be ine können bei entsprechender radikulärer oder pseudoradikulärer Schmerzausstrahlung (= Schmerzen die auf eine tatsächlich oder scheinbar geschädigte Ner venwurzel zurückzuführen sind) der vordere Oberschenkelnerv (N. femoral is) und / oder der Isch iasnerv wiederholt blockiert werden, in hartnäckigen Fällen mit Katheter (* siehe unten).
Bei Schmerzausstrahlung in den Bereich des seitlichen und inneren Oberschenkels gelingt mit der sog. 3-in-1-Variante die zusätzliche Betäubung der Ner ven obturatorius und cutaneus femoris lateralis, deshalb auch geeignet zur Behandlung der Meralgia paraesthetica (= brennender Schmerz an der Oberschenkelaußenseite).
Die lumbale Periduralblockade (= rückenmarknahe Betäubung im Lenden bereich), insbesondere kontinuierlich mit Katheter*, ist beim Kreuzschmerz eine sehr effektive Therapiemaßnahme, die allerdings nur unter stationären Bedingungen durchgeführt werden sollte. Bei technischer Beherrschung, adäquater Lokalanästhetika-Dosierung und Beachtung der hygienischen Belange kann das Risiko bei der Anzeige "Rück en- bzw. Kre uzschmerz" als vertretbar eingestuft werden.
Wenn eine Periduralblockade technisch schwer oder nicht durchführbar ist (z.B. bei Mißbildungen, Zustand nach operativer Wir belsäulenversteifung usw.), bietet sich besonders bei Störungen im Bereich des Plexus sacralis (= Nervengeflecht im Bereich des Kreuzbeins) die sog. Kaudalanästhesie (= rückenmarknahe Betäubung durch einen Kanal im Kreuzbei n hindurch) an, die auch mit Katheter* möglich ist, sofern dieser wegen der der Gefahr einer En tzündung seitlich unter der Haut mittels einer Untertunnelung weggeführt wird. Erhöht man die Menge des örtlichen Betäubungsmittels (z.B. 20-25ml Bupivacain 0,1 bis 0,15 %) kann auch der obere Lende nbereich erreicht werden.
Statt mit einem örtlichen Betäubungsmittel können die aufgeführten, rückenmarknahen Blockaden auch mit einer verdünnten Morphin-Lösung durchgeführt
werden, allerdings ist dabei die oft zu beobachtende, über die Behandlungszeit
hinaus anhaltende Wirkung deutlich weniger ausgeprägt.
Bei einem sehr schweren und
sonst kaum behandelbaren
Rück
en- bzw. Kreuzschmerz
(anhaltender) kann zur Durchführung rückenmarknaher
Blockaden auch eine kleine Schmerzpumpe unter die Haut gepflanzt werden.
Das Arzneimittelreservoir der Pumpe wird dann in bestimmten Zeitabständen durch
die Haut hindurch mit Hilfe einer Spritze wieder aufgefüllt.
* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird der dünne Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Nerven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das Lokalanästhetikum (= örtliche Betäubungsmittel) wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben. Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Ner ven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmerzen, die durch entzündliche aber auch degenerative Prozesse entstanden sind, hilfreich ist. Nach neueren Erkenntnissen vermag eine solche, intensive, längerfristige Blockadebehandlung auch das sog. Schmerz gedächtnis zu löschen
Physikalische Therapie:
Auch die Elektrostimulation kann eine Beschwerdelinderung herbeiführen. Die transkutane
Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator über Klebeelektroden (TENS)
hat den Vorteil, daß sich die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die
Elektroden werden paarig neben der Wir
belsäule im Schmerzbereich aufgeklebt.
Durch Veränderung der Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die
Wirkung optimiert werden.
Die elektrische epidurale Rückenmarksstimulation
erfordert eine strenge Patientenauswahl.
Eine weitere physikalische
Behandlungsmöglichkeit ist beim Kre
uzschmerz die oberflächliche Kältetherapie im
Schmerzbereich. Wir verwenden einen elektrischen Kaltluftgenerator, dessen
Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C abgekühlt ist.
Manche Patienten mit einem Kre
uzschmerz (gilt auch für andere
Rückenschmerzen) empfinden allerdings lokale
Wärmeapplikationen (Rotlicht) als besser wirksam. Warme Bäder können
ebenfalls einen
Rück
en- bzw. Kreuzschmerz
(anhaltender) lindern.
Die Verordnung von Massagen ist auch beim Kre
uzschmerz
nicht sinnvoll. Für den Patient mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber
unter schmerztherapeutischem Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen
Kosten.
Nahezu unverzichtbar ist aber beim
Rück
en- bzw. Kreuzschmerz die
heilgymnastische Therapie, da meist nur diese geeignet ist, einen ärztlichen
Behandlungserfolg zu sichern und längerfristig zu stabilisieren. Dabei gilt es,
die
Mus
kulatur neben der Wir
belsäule zu trainieren, da auf Dauer nur eine
kräftige/suffiziente
Mus
kulatur eine statische und dynamische Schwäche des
Achsenorgans kompensieren kann.
Besonders bei akuten Blockierungen hat die
manuelle Therapie (Chirotherapie) bei der Anzeige „Kre
uzschmerz“
durchaus gute Erfolge aufzuweisen.
Bei schmerzhaften degenerativen
(= durch Abnutzung hervorgerufenen)
Veränderungen der Wir
belsäule wird auch eine Röntgenbestrahlung empfohlen
(Thomalske 1991), ebenso
Magnetfeldtherapie
(pulsierende
Signaltherapie).
Andere Therapiemaßnahmen:
Der Vollständigkeit halber darf die
Akupunktur zur Behandlung eines ursächlichen
LWS-Syndrom
s nicht unerwähnt bleiben.
Wichtig
sind individuelle Instruktionen zur richtigen Haltung und Vermeidung von
übermäßigen Wirbelsäulenbelastungen (funktionelle Ergotherapie bzw.
Rückenschule).
Darüber hinaus ist anzustreben, daß die betroffenen Patienten
Übungen zur Lockerung der
Mus
kulatur erlernen.
Die Verordnung von Hilfsmitteln
wie z.B. stabilisierende Korsette sollten dem Orthopäden vorbehalten sein.
Hypnoide (=
bewusstseinsverändernde)
Verfahren wie autogenes Training oder
progressive Relaxation nach Jakobson sind auch beim Kre
uzschmerz eine
sinnvolle Ergänzung der Gesamtstrategie, da auch sie zu einer muskulären
Entspannung führen, ebenso Biofeedback
(= Registrierung und Rückmeldung bioelektrischer Signale).
Psychotherapeutische Interventionen
können beim ausgeprägten "psychosomatischen Kreuzschmerz" angezeigt sein, da auch
verdrängte Konflikte muskuläre Verspannungen und
Schmerzen verstärken können.
Bei einem längerfristig bestehenden Kreuzschmerz (chronischer) ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen.
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Aktualisiert: 18.07.2006
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Knochenschmerz,
Knöchelschmerzen,
Knorpelkrankheiten,
Kombinationskopfschmerzen,
Kompartement-Syndrom,
Kompressionssyndrome,
Kopfschmerzanfall
((auch Migräne (www.migraene.co.uk)),
Kopfschmerzen (www.1-kopfschmerzen.de)
(1),
Kopfschmerzen (2),
Kopfschmerzen (3),
Kopfschmerzen
(4), Kopfschmerz (http://www.kopfschmerz.cc),
Kopfschmerzen-Behandlung,
Kopfschmerzerkrankungen,
Kopfschmerzsyndrome,
Kostoklavikuläres Syndrom,
Koxalgie (www.koxalgie.de),
Krampf in den Waden,
Krebsleiden,
Krebspatienten,
L
Leibschmerz,
Leistenschmerz,
Lendenschmerz,
Lippenschmerz,
Logen-Syndrom,
Lumbalsyndrom (www.lumbal-syndrom.de),
Lumbago,
Lymphstauung,
LWS-Schmerz
M
Magenschmerz,
Malignompatienten,
Magenschmerzen (www.magenschmerzen.org),
Malignomschmerzen,
Mammaamputation,
chronische
Mastalgie,
Meniscopathie,Migräne-Erkrankung,
Migräneschmerz,
Mittelfußschmerzen,
Mononeuritis,
Mononeuropathien,
Muskelentzündungen,
Muskel-Muskeln-Muskulatur,
Muskelschmerz,
Muskelkrampf,
Muskelverkrampfung,
muskuloskelettaler
Schmerz, Myalgie,
Myoarthropathie,
chronisches
myofaciales Schmerzsyndrom,
myofasciales Schmerzsyndrom,
myofaszialer Schmerz,
myofasziales Syndrom,
myofasziales Schmerzsyndrom,
myofascialer Schmerz,
myofasciale
Schmerzsyndrome,
myofaciale
Dysfunktion, Myago,
Myositis (www.myositis.at)
N
Nackenkopfschmerzen,
Nackenschmerz (www.nackenschmerz.net),
Narbenschmerzen,
Nasoziliarisneuralgie,
Nasenschmerz,
Neoplasma,
Nerveneinklemmung,
Nervenengpasssyndrom (www.nerven-engpass-syndrom.de),
Nervenentzündungen,
Nervenerkrankung,
Nervenkompression,
Nervenkompressionssyndrome,
Nervenkrankheit,
Nervenläsion,
Nervenleiden
(www.nervenleiden.com),
Nervenschmerzen,
Nervenschäden,
Nervenstörung,
Nervenverletzungen (www.nervenverletzungen.com),
Nervenwurzelkompression,
Neuralgie (www.neuralgie.com),
Nervenwurzelsyndrom,
Neuritis (www.neuritis.net),
Neuropathien,
Neuropathie,
Neuropathie (www.neuropathie.org),
Neuropathischer
Schmerz,
Nierenschmerz,
Nozizeptorschmerzen
O
Oberbauchschmerz,
Oberschenkelschmerz,
Ohrschmerz (www.ohr-schmerz.de),
Ohrenschmerzen,
Organschmerz,
Orofazialer Schmerz,
oromandibuläre Dysfunktion,
Ostealgie (www.ostealgie.org),
Osteitis,
Osteoporose (www.osteoporose-1.de),
Ostitis,
Otodynie,
P
Parästhesie,
Penisschmerz,
Periarthrits
humeroskapularis, Perinealer
Schmerz, Periostitis,
Phlebitis (www.phlebitis.at),
Polyarthritis (www.poly-arthritis.com),
Polyarthralgien,
Polymyalgia,
Polyneuritis (www.polyneuritis.net),
Polyneuropathie (www.polyneuropathie.com),
Polyneuropathien,
Polyradikulitis,
Postthrombotisches Syndrom,
Postzosterische Neuropathie,
primärer
Kopfschmerz, Projektionsschmerz,
Proktalgie,
Protrusion,
Pseudoradikuläres Syndrom,
Psoriasisarthropathie,
Q
Querschnittsyndrom,
Querschnittverletzung,
R
Rachenschmerzen,
Radikuläres Syndrom,
Radikulitis,
Radikulopathie,
Radikulalgie,
Rastlose Beine (http://www.rastlose-beine.de), Referred pain,
Rectumamputation,
Restless-leg-Syndrom (http://www.restless-leg-syndrom.eu), Reizkolon
(www.reizkolon.com),
Rheumaschmerz (www.rheumaschmerz.com),
Rippenschmerz,
S
Sausen in den Ohren,
Schambeinschmerz,
Schläfenkopfschmerz,
Schienbeinschmerzen,
schiefer Hals (www.schiefer-hals.de),
Schläfenschmerzen,
Scheidenschmerzen,
Schleimbeutelentzündungen,
Schleimbeutelerkrankung,
Schleudertrauma (www.schleudertrauma.li),
Schmerz (www.1-schmerz.de)
(1),
Schmerz (2),
Schmerz-chronischer,
Schmerz-neuropathischer,
Schmerz und Depressionen (www.schmerz-depressionen.de),
Schmerz im Abdomen,
Schmerz nach Amputation,
Schmerz im Bauch,
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Schmerz im Becken,
Schmerz im Bein,
Schmerz in den Beinen,
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Berührung,
Schmerz bei
Berührungen,
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Schmerz bei
Bewegungen,
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Schmerz in der Flanke
(Flanken),
Schmerz im Fuß,
Schmerz am Gaumen,
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Hüften,
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Schmerz im Kiefergelenk,
Schmerz im Knie,
Schmerz im
Kniegelenk,
Schmerz im Knochen,
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Schmerz im Brustbein,
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Schmerz im Darm,
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Schmerz im Magen, Schmerz im Nacken
(www.nacken-schmerz.de),
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Schmerz im Ohr,
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Schmerz im
Oberschenkel,
Schmerz im Rücken,
Schmerz
im Schultergelenk,
Schmerz im Steiß,
Schmerz im
Steißbein,
Schmerz im Thorax,
Schmerz im Unterarm,
Schmerz im
Unterkiefer, Schmerz im Unterleib,
Schmerz im Schienbein,
Schmerz im
Unterbauch, Schmerz bei
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Schmerzerkrankung,
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Schmerzkrankheit,
Schmerzproblem,
Schmerzstörung,
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sekundärer Kopfschmerz,
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Spondylosis deformans,
Spontanschmerz,
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Steißbeinschmerz,
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Stirnschmerzen,
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T
Talalgie,
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Tendosynovialitis,
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Tumorpatienten, Tumorschmerzen,
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U
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V
Vaskulärer
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W
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